Grundlagen

Güllevergärung, Kofermentation mit

nachwachsenden Rohstoffen oder

Abfallvergärung?

Viele Konzepte und bereits errichtete Anlagen haben gezeigt, dass sowohl landwirtschaftliche Gülleanlagen mit nachwachsenden Rohstoffen, landwirtschaftliche Gülleanlagen mit Bioabfällen und Vergärungsanlagen von Bioabfällen wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll errichtet und betrieben werden können. Bei den Variantenuntersuchungen für ein wirtschaftlich optimales Konzept sind alle Belange aus dem Düngemittelrecht und dem Abfallrecht mit zu berücksichtigen. u.a.

- Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz

- Bioabfallverordnung (BioabfV)

- EU - Hygiene -VO (ab 01.05.2003)

- Klärschlammverordnung

- TA Siedlungsabfall

- Düngemittelgesetz

- Düngemittelverordnung

- Düngeverordnung

Seit 1999 ist der Anbau von Biomasse zur Energiegewinnung auf Stilllegungsflächen mit Genehmigung vom Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung erlaubt, ohne auf Beihilfen der EU verzichten zu müssen. Die EU- Agrarminister haben im Juni 2003 eine grundlegende Reform (GAP) der EU-Agrarpolitik für eine nachhaltige Landwirtschaft in Europa beschlossen. Die Kommission schlägt eine Beihilfe von 45 €/ha für Energiepflanzen vor. Die garantierte Höchstfläche von EU-weit nur 1.500.000 ha wird dabei eine negative Rolle spielen. In Deutschland wird bereits Raps für die Biodieselproduktion zurzeit auf fast 1 Mio. ha angebaut. Hier ist dringend Handlungsbedarf angezeigt, damit Ressourcen und vorhandene Kapazitäten in der Landwirtschaft sinnvoll genutzt werden.

In den neuen Bundesländern, vor allem in Sachsen-Anhalt und Brandenburg, befinden sich die größten Roggenanbaugebiete Deutschlands. Durch den Wegfall der EU-Subventionen und die EU-Osterweiterung kommen neuen Konzepten für den Erhalt dieser landwirtschaftlich geprägten Regionen, den Erhalt der Arbeitsplätze und Alternativen für die junge Generation, die in diesen Regionen interessante Arbeitsplätze in Bereich Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe finden, und der energetischen und stofflichen Nutzung von landwirtschaftlichen Produkten eine immer größere Bedeutung zu.

Durch die Verschärfung der Richtlinien für den Einsatz von Stoffen in der Lebensmittel- und Futtermittelherstellung und die energetische Verwertung dieser und auch qualitativ schlechter Ware (u.a. von Überschwemmungsgebieten) ist für die Steigerung der Gasausbeuten hoch interessant. Der Landwirtschaft kann somit ein weiteres Standbein erschlossenen werden und über lange Lieferverträge wirtschaftliche Stabilität geboten werden.